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Safeta ObhodjasSafeta Obhodjas

Ayaan Hirsi Ali

Veröffentlicht am 13.06.2021

Bring den Boten zum Schweigen

 

Den Namen Ayaan Hirsi Ali hörte ich das erste Mal in Verbindung mit der Ermordung von Theo van Gogh. Ayaan und Theo hatten einen Dokumentarfilm zusammengedreht, – sie als Drehbuchautorin, er als Regisseur, – in dem sie die Unterdrückung von Frauen im Islam an den Pranger stellten. Das Fazit des Films lautete: Gewalt gegen muslimische Frauen, sowohl in den Familien als auch in der Gesellschaft, wurzelt in vielen Suren des Korans. Ein junger Fundamentlist aus Marokko brachte deswegen Theo van Gogh um; das gleiche Schicksal wurde Ayaan Hirsi Ali angedroht.  

Nach seinem Tod im Jahr 2004 erlebte sie eine Odyssee mit dem niederländischen Geheimdienst. Angeblich wollte die Behörde sie durch Isolation schützen: Monatelang schleppten die Agenten sie von einem geheimen Ort zum anderen, weit weg von der Öffentlichkeit. So verhinderten sie, dass Ayaan sich zu Wort meldete, stoppten ihre Mission, während sie nach einem Vorwand suchten, diese Unruhestifterin aus dem Land zu jagen. Letztendlich wurden sie fündig: eine angeblich falsche Aussage als Asylsuchende; gleich nach der Rückkehr ins Land wurde ihr die holländische Einbürgerung aberkannt und sie musste auch die europäische Heimat verlassen. Die politischen Machthaber zeigten damit ihre Nachsicht mit den Islamisten; sie hofften, die westliche Demokratie könnte, wenn auch auf Kosten von Frauen, Juden oder Homosexuellen, mit diesen ewig Gestrigen im Frieden leben. Ein ähnlicher, politischer Irrtum wie in Deutschland.

Ayaan Hirsi Ali entschied sich, ihren Kampf in Amerika fortzusetzen, wo sie eine akademische Karriere einschlug.   

 

2007 war ich zu Gast bei meiner Tochter in der USA und sie schenkte mir Ayaans Autobiographie Infidel. (auf Deutsch: Mein Leben, meine Freiheit.)

Diese Lektüre erlebte ich persönlich wie eine Offenbarung. Einerseits wurde ich durch die Beschreibungen ihrer Irrwege als Heimatlose von einem Land ins andere sehr berührt. Ich bewunderte auch ihre Ehrlichkeit, als sie ihren Entwicklungsprozess schilderte, ihre anfängliche Prägung durch islamische Indoktrination bis hin zu ihrem Umdenken, als sie mit der westlichen Kultur in Berührung kam. Anderseits las ich dieses Buch auch als eine Infoquelle über den politischen Islam, über die Wirkung der Muslim-Bruder-Ideologie und ihre Verbreitung über den afrikanischen Kontinent hinaus. Dieses Buch machte mich hellhöriger in Bezug auf Zuwanderung in Deutschland, wobei es mir Mut spendete, in meinen Werken genau das zu beschreiben, was ich durch mein Engagement an der Basis erlebte, hörte und beobachtete.

 

Von Beute zu Besitz

 

Ayaan Hirsi Ali hat in diesem Jahr ein neues Buch veröffentlicht, betitelt als Prey (auf Deutsch Beute), in dessen Fokus die Lage der Musliminnen im heutigen Europa steht. Als gute Kennerin der Situation versucht sie in ihrer Studie zu erklären, warum sich junge Muslime so aggressiv gegenüber Frauen

und sie meist als ihre Beute oder ihren Besitz wahrnehmen. Schonungslos warnt sie vor der Auswirkung der Frauenunterdrückung auf die Entwicklung der europäischen Gesellschaften, in denen sich die Ghettos rasant vermehren und verbreiten.

Aber es ist weiterhin schwer für sie, in der hiesigen Öffentlichkeit Gehör zu finden. Nur ein Beispiel:

Neulich hat die Fernsehautorin Natascha Geier das Buch Beute in der 3SAT Sendung Kulturzeit vorgestellt. Schon in der Anmoderation des Beitrags wurde betont: Ayaan Hirsi Ali sei eine umstrittene, radikale, polarisierende Frauenrechtlerin. Was will sie mit ihren Schriften bezwecken, diese Fragehatte einen herablassenden Unterton. 

Im Namen der Meinungsfreiheit ließ Frau Geier Ayaan Hirsi Ali von ihren Absichten reden, aber immer wieder, wenn der Text die Aussagen ihres Buches interpretierte, wurde ihre Meinung mit dem Wort angeblich relativiert. Die Journalistin kaufte ihr die Behauptung, sie wolle niemanden dämonisieren, nur eine Diskussion in Europa anstoßen, nicht ab. Sehr subtil warf sie der Autorin Schwarzmalerei und Fälschungen der Situation vor. Ayaans Wachrütteln der westlichen Gesellschaften in Bezug auf Islamismus und unkontrollierte Zuwanderung ordnete Frau Geier sogar als eine Verletzung der Menschenrechte ein.

 Ich möchte dieser Journalistin und vielen ihrer Gesinnungsgenossinnen, die sich heutzutage in der Identitäts-Denkküche tummeln, vorschlagen, sich ein bisschen an der Basis umzusehen. In den türkischen oder arabischen Kulturvereinen können sie ein blaues Wunder erleben, wenn sie zufällig auf die Idee kommen, deren Mitgliedern einen Vortrag über Frauenrechte zu halten.

Sie dürfen sich glücklich schätzen, wenn sie nicht gleich gewaltsam hinausgeworfen werden. In diesen Gefilden sind weibliche Mitglieder sogar aggressiver als männliche. Die Hüterinnen der traditionellen Werte ihrer Heimatländer sind stolz darauf, ihre Söhne als Paschas und die Töchter als Sklavinnen zu erziehen. Muslimische Jugendliche saugen solche Weltanschauungen zuerst in ihrem Elternhaus auf, die sie später in einer Moschee oder in ihren Cliquen bestätigt bekommen.

Ich bin fest überzeugt, nach so einem Ausflug in die Realität, werden Journalisten wie Natascha Geier nie mehr in den Medien behaupten, dass Ayaan Hirsi Ali polarisiere, schwarzmale oder über das Ziel hinausschieße.

 

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