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Safeta ObhodjasSafeta Obhodjas

Feministinnen und ihre Geschäftsmodelle

Veröffentlicht am 30.04.2021

 Frauenvernetzung

 Das Internet bietet viele Webseiten der Vereine und Organisationen an, welche groß auf ihre Fahne Frauenfreiheit schreiben. Ihre Programme können sich allgemein sehen lassen; oft beinhalten sie auch eine Kampfansage an den politischen Islam, der in seiner fundamentalistischen Lehre Frauenrechte nicht wahrnimmt. Das Vorgehen der deutschen, feministischen Aktivistinnen ist hinlänglich erprobt: engagierte und aufgeklärte Frauen setzen sich für unterdrückte Zeitgenossinnen ein, indem sie in ihrem Namen agieren und von der deutschen Politik verlangen, durch die Gesetzgebung die Rechte der Musliminnen zu stärken, sowohl in ihren Familien als auch in der Gesellschaft. So steht es wenigstens in ihren Programmen.

Ich bin eine Autorin, die seit fast vierzig Jahren über ähnliche Problematik schreibt, und gleichzeitig versucht, Aufklärungsarbeit an der Basis zu leisten. Deshalb habe ich viele Male versucht, Kontakt zu den Trägerinnen solcher Programme aufzunehmen. Ich stelle mich bei den bekannten Aktivistinnen vor, wobei ich meine Bücher, Texte und Projekte als Referenzen beilege, in der Hoffnung, ihr Interesse für eine Zusammenarbeit zu wecken. Vergeblich. Bis jetzt ist es mir nie gelungen, von ihnen wenigstens eine nette Antwort zu bekommen. Meist ignorieren sie meine Anrufe und meine E-Mails, nur ab und zu bekomme ich eine kurze Rückmeldung: Nein, danke, Sie passen nicht zu unserem Geschäftsmodell. Trotz der Ablehnung nehmen sie meine E-Mail-Adresse in ihren Verteiler auf, und so bekomme ich regelmäßig Infos darüber, in welchen Projekten bezüglich Frauenfreiheit sie aktuell engagiert sind, meist mit immer dem gleichen Inhalt, den ich schon lange und neunzig Prozent kenne. Neulich hat mich eine ihrer Aktionen animiert, wieder einen Kontaktversuch zu wagen, weil ich einige Essays zu ihrem Thema schon geschrieben hatte. Aber das war wirklich keine gute Idee, es vergrößerte nur meine Frustration.

Hier können meine Besucher ein paar schriftliche Belege meines Scheiterns lesen:     

Sehr geehrte Frau Sch ….,

meine E-Mal Adresse befindet sich im Verteiler von Ihrer Kollegin H. B.

Durch ihre News habe ich von Ihrem Verein erfahren und von vielen Aktivitäten seiner engagierten Mitglieder, die sich auch während der Lock-Down-Zeit weiter für die Rechte der Musliminnen einsetzen.

Seit vierzig Jahren schreibe ich über die Lage der Musliminnen in Europa, davon mehr als zwei Jahrzehnte zweisprachig: Deutsch und Bosnisch.  Durch meine Arbeit an der Basis, durch direkte Kontakte mit Frauen und Jugendlichen aus dem Zuwanderungsmilieu, sammele ich viele widersprüchliche Erfahrungen, die ich in meine Essays und Erzählungen einfließen lasse. Einige davon befinden sich auf meinem Blog www.safetaobhodjas.de und ich hoffe sehr, Sie werden einen Blick darauf werfen. Ihr Verein und ich engagieren uns im selben Bereich.

Im vorigen Jahr wurde ein Theaterstück hier in Wuppertal inszeniert, das während meiner Arbeit an der Ausstellung Lange Schatten unserer Mütter entstanden ist.

Hier ist der Link zu meinem Theaterstück.

https://www.youtube.com/watch?v=12651q6TxJU

 Mein inniger Wunsch ist, einer Frauenvernetzung anzugehören. Ich hoffe auch, dass Ihr Verein vielleicht eine Autorin meines Profils braucht.

 Mit vielen freundlich Grüßen und besten Wünschen,

 S. O.

 Auf diese E-Mail habe ich gar keine Reaktion bekommen.  

Dann schrieb ich an die politische Aktivistin, in deren Verteiler sich meine E-Mail-Adresse befand.

 

Liebe H.,

 danke für die Links, die du mir immer wieder schickst. So bekomme ich auch Informationen aus anderen Quellen, die mich ermutigen, nicht aufzugeben.

Ich habe eine große Bitte an dich. Während diesen Pandemielochs kann ich nicht an der Basis arbeiten, kann meine Schulprojekte nicht realisieren, und deshalb habe ich mit einem Blog angefangen. Ich habe praktisch meine Webseite www.safetaobhodjas.de  in einen Blog umfunktioniert, in ein Mosaik aus Publizistik und Literatur. Deutsch, Englisch und Bosnisch, diese drei Sprachen haben eine Kolumne für sich. 

Aber ich bin wirklich nicht vernetzt, um das promoten zu können. Deshalb versuche ich unterschiedliche Frauenvereine zu kontaktieren. Ich habe z.B. deiner Kollegin R. eine E-Mail geschrieben, aber es gab keine Reaktion.

Darf ich dich bitten, meinen Blog durch deine Vernetzung weiterzuverbreiten.

Ich schreibe darüber, was ich durch mein Engagement an der Basis erlebe, aber auch darüber, was ich in den akademischen und feministischen Kreisen vermisse.

Ich hoffe, ein feed back von dir zu bekommen.

 Ich wünsche dir alles Gute und eine baldige Impfung,

 S. O.

 Diese politische Aktivistin hat sich immerhin bemüht, mir eine kalte Dusche zu schicken.

 Liebe Safeta,

sowohl R. als auch ich, mit einigen anderen sind politisch aktiv und zwar so aktuell wie nötig. Wie Du Dir vorstellen kannst, macht das sehr, sehr viel Arbeit. So bitter es ist, aber wir müssen vorwärts handeln.

Eine mehr literarische Betrachtung Deiner Verarbeitungen ist einfach nicht unsere Mitteilung untereinander und auch nicht an die Welt.

Da ich selber keine website oder blog habe, kann ich auch Deine website nicht verlinken.

Ich habe z.Z. keine Zeit, Dir feed back auf Deine Texte zu geben.

Hoffentlich verstehst Du das?

Freundlichst

H.

Ich glaube, sie erwartete keine Reaktion meinerseits, aber ich konnte das nicht so einfach im Raum stehen lassen.

Liebe H.,

 ich werde nie verstehen können, warum Feministinnen und politisch engagierte Frauen so viel Arroganz und Ignoranz verstreuen müssen.

Ich hoffe, du kannst mich verstehen:

Mein Blog hat immerhin einige Leserinnen und Leser.

Ich werde meine E-Mails und deine Antwort dort ausstellen.

Einige werden schon verstehen, wie die feministische Welt tatsächlich aussieht. Danke, für diese Lektion. Ich habe sie längst gelernt, aber wollte wissen, ob sich etwas positiv geändert hat. Offensichtlich nicht!

 Mit meinen besten Wünschen,

 S. O.

 Liebe Safeta,

ich bin erstaunt über Deine Reaktion. Da ich keine Literaturkompetenz habe und auch nicht darüber in Interaktion bin, sondern ’nur’ politisch, habe ich doch gar keinen Raum für Dein Anliegen.

Deswegen frage ich Dich, ob DU mails und links von mir weiter geleitet hast oder es tun willst?

Vielleicht hast Du gar kein Interesse daran?

Dann will ich Dich auch nicht belästigen oder gar verärgern.

Weder bin ich schuldig an Deinen schlechten Erfahrungen und DU auch nicht an meinen.

Und das ist auch gut so.

Herzlichst

H.

Es ist ja klar, die politisch Engagierte wird meine E-Mail-Adresse in ihrem Verteiler löschen. So werde ich nicht mehr erfahren können, mit welchen und mit wie vielen Klicks sich solche Aktivistinnen in ihrem Geschäftsmodell für Frauenrechte engagieren.

 

 

 

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